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Jakob Ubeka - Ich war ein Kartong


Jakob Ubeka:

Ich war ein Kartong

Bildergeschichten ohne Gewehr


 




Ich war ein Kartong

Ich bin ein Kartong, viereckig, mit sechs Flächen, acht eckigen Ecken, zwölf Kanten, ein hohles Innen, ohne Inhalt. Dreizehn Pfennig koste ich, außen weiß, innen grau. Schlitzen, Falten, Schlagen, so faßt man mich, dong, dong, dong, so macht man mich, ich bin ein Kartong - und was bist du?
Ich bin nichts wert, man wirft mich rum. Sie nehmen mich, öffnen mich, tun etwas rein in mich, verschließen mich, verpacken mich, umwickeln, umschnüren mich, bekleben mich, beschreiben mich, tragen mich fort, werfen mich, verschicken mich, sperren mich ein, fahren mich weg, ich weiß nie, wo ich bin, sie stoßen mich, aber ich schreie nicht und weine nicht, ich komme irgendwohin, man schlitzt mich auf, reißt mich auf, jetzt bin ich kaputt, man zerlegt mich, ich sterbe, man zerreißt mich, ich glaube ich verbrenne, ich komme ins Feuer, au, au, weh .... ich war ein Kartong ....



Lärm

Menschen. Es geht ums Geld. Es gibt alles zu kaufen. Überall schnell noch ein bißchen was, nur nichts versäumen, schnell noch den und die und dies und das, ach was, 's war nur Spaß. Du beginnst die Liebe und endest sie; 's war nichts, 's ist nichts, tralali. Wer hat noch nicht, wer will noch mal, treu sein, ich weiß nicht, wie? Ich bin für alle da, die kein Glück gefunden, ruft die Kurtisane, es gibt keine Liebe, es gibt nur Stunden. Lärm und Geschrei, Lichter-Gewirr, Gehabe, Getue, Gerede, Gier, hier.

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