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Adolph Müllner - Der Kaliber


Adolph Müllner:

Der Kaliber




 



Adolph Müllner (1774 - 1829) ist als Verfasser von Schicksalstragödien in die Literaturgeschichte eingegangen; sein Stück "Die Schuld", 1813 am Wiener Burgtheater uraufgeführt, eroberte von dort aus alle deutschen Bühnen und machten den Autor schlagartig berühmt. Der streitbare Jurist, der 1815 seine Anwaltstätigkeit aufgab, um sich ganz der Schriftstellerei zu widmen, veröffentlichte seine Kriminalnovelle "Der Kaliber" kurz vor seinem Tod in Buchform. Seitdem ist sie mehrmals in überarbeiteten Fassungen nachgedruckt worden. Die vorliegende Ausgabe folgt der originalen Textgestalt, ergänzt um Worterklärungen, einigen editionsgeschichtlichen Bemerkungen und einem Nachwort von Heike Mayer.

Mit dem "Kaliber" ist Müllner der - bis heute verkannte - Mitschöpfer jener Gattung der Detektivgeschichte, deren Tradition nicht erst, wie vielfach behauptet, mit Edgar Allan Poe begonnen hat (dessen traditionsstiftende "Detective story" "Die Morde in der Rue Morgue" erschien erst 1841).

Müllners virtuos komponierte und spannend erzählte Novelle weist bei aller Zeitgebundenheit an den Geist des Biedermeier entschieden moderne Züge auf. So ist etwa die bei Müllner im Zentrum stehende emotionale Verstrickung des Ermittlers in seinen Fall, die den Erfolg der Wahrheitsfindung zumindest zeitweise in Frage stellt, ein charakteristisches Strukturelement, das auch die Fernsehkrimis heute für sich entdeckt haben.

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