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Erlebte Geschichte
Ein Geschichtsbuch persönlicher Erinnerungen
Die Texte, die in diesem Buch versammelt sind, weisen zum Teil höchst unterschiedliche äußere Gestalten auf: Mal wird fast ein ganzes Leben beschrieben, mal eine einzelne Situation; mal umfassen die geschilderten Ereignisse Monate oder Jahre, mal wird ein einziger Augenblick festgehalten. In manchen Fällen ist das Geschilderte schriftlich wohlformuliert, in anderen Fällen teilte sich jemand im Gespräch mit und die charakteristische Ungeschliffenheit mündlicher Rede wurde bewahrt und nicht nachträglich geglättet und stilisiert. Zeigt sich einmal die Neigung und Fähigkeit, das Erlebte aus der Distanz zu betrachten und analytisch zu durchdringen, so kommt woanders die Kraft der naiv-direkten Darstellung zum Tragen, kommen starke Gefühle zum Ausdruck, manchmal auch die spürbare Absicht, das Erlebte lebendig und anschaulich darzustellen.
In dieser Vielgestaltigkeit spiegelt sich die inhaltliche Vielfalt des Erlebten wie auch die ganz individuelle Art und Weise, das Erlebte zu verarbeiten und sich und anderen zu vergegenwärtigen. Entscheidend aber ist das allen Texten gemeinsame - die mitgeteilte Erinnerung, die als persönlich prägend erfahren wurde. Sie stammt von Menschen, die sich normalerweise nicht öffentlich zu Wort melden und die in ihren zumeist einfachen Worten doch wesentliche Aspekte von dem dokumentieren, was in den Darstellungen der Geschichtsschreibung, die auf der Grundlage von offiziellen Dokumenten arbeitet, vielfach zu kurz kommt: der nahe Blick auf die unmittelbar Betroffenen, auf ihr Leben, ihr Leid, ihre Sichtweise der Dinge - mit einem Wort: die menschliche Perspektive. Aus der Geschichte lernen - dieses kleine, persönliche Geschichtsbuch erhebt den Anspruch, etwas dazu beizutragen, indem es das Diktum nur ein bißchen variiert: Möge der Leser aus den Geschichten lernen.
Alois Bardutzky: An der Schwelle des Hauses
Alois Thaler: Maria hat geholfen
Rudi Maier: Eine deutschen Familie aus dem Wolgaland
Irene Kress: Das Leben von Heinrich Hildebrandt
Walter Blasy: Kreta 1941
Michael Höflinger: „Da kommt keiner mehr zurück!“
Walter Schubert: Randerlebnis
Marianne Zehentner: Die Tiere meines Bruders
Arnold Grün: Krieg und Gefangenschaft in Rußland
Fritz Sellhuber: . . . bis Stalingrad
Franz Mooslechner: Todesangst
Alexander Muhl: Tschernobyl
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